Asche im Schmierstoff? Schmierstoffe enthalten keine Asche

Man hört immer wieder von „Asche im Schmierstoff“. Diese weit verbreitete Annahme hält jedoch einer objektiven Beurteilung nicht stand. Denn Schmierstoffe enthalten keine Asche. Doch lassen wir die Fakten sprechen.

Richtig ist, dass Schmierstoffe aschegebende Bestandteile enthalten. Doch was ist damit gemeint?

Aschegebende Bestandteile im Schmierstoff

Allgemein spricht man hier von Oxid-Asche und Sulfat-Asche (bei Zugabe von Schwefelsäure), die in Metall enthaltenden Wirkstoffen in Schmierölen gebunden sind und bei der Verbrennung zurückbleiben. Zu diesen Metall enthaltenden Wirkstoffen in Schmierölen gehören Detergents, AW-Additive, Metallseifen etc.

Unerwünschte Effekte durch aschegebundene Bestandteile im Schmierstoff

Sind viele solcher Verbindungen im Schmierstoff enthalten, kommt es durch deren Rückstände zu unerwünschten Nebeneffekten. Dazu zählen Ablagerungen in den Ringnuten der Kolben oder im Katalysator, Glühzündungen in Ottomotoren, der Verschleiß an Kolbenringen, Nocken und Lagerschalen.

Obergrenzen für „Asche“

Daher taucht der Punkt „Asche“ auch mit einer Obergrenzangabe in den Spezifikationen für Motoröle auf. Und damit kommen wir zu einem weiteren höchst unerwünschten Effekt, nämlich dem Gesundheitsrisiko, das durch die feinen Partikelemissionen in Verbrennungsmotoren entsteht. Das führte schon vor ca. 20 Jahren zum Einbau von Partikelfiltern und damit zur Feinstaubreduzierung. In Zeiten von EURO 6 finden wir in den Motorölspezifikationen Begriffe wie „“Full bzw. Standard SAPS“ etc., die auf die Verminderung der aschegebenden Stoffe im Motoröl hinweisen.

Ein entscheidender Schritt für diese positive Entwicklung ist der Umstand, dass immer mehr schwefelfreie Kraftstoffe verwendet werden.

„Aschefreie“ Schmierstoffe

Der Ruf nach „aschefreien“ Schmierstoffen, also richtigerweise nach der Reduktion der aschegebenden Bestandteile in den Schmierstoffen setzt sich mehr und mehr durch. Auch bei den Industrieschmierstoffen. Denn die Verbrennung der metallhaltigen Stoffe bewirkt eine Verkleinerung der Russpartikel und dieser Feinstaub dringt somit umso tiefer beim Atmen in die Lunge ein. Aus diesem Hintergrund besteht auch bei den Industrieschmierstoffen zunehmend die Nachfrage nach „aschefreien“ Schmierstoffen.

Fazit

Der Begriff „aschefrei“ ist weit verbreitet und stellt eine ungenaue Qualitäts-Forderung an Schmierstoffe dar.

Letztlich geht es um einen möglichst geringen Anteil an Metall enthaltenden Wirkstoffen im Schmieröl, damit die beschriebenen unerwünschten Effekte auf ein Minimum reduziert werden können.